VON ANNELI GOEBELS

Rhein-KreiS Neuss Theo Lys pilgert zurzeit auf dem Jakobsweg. Dabei will den Vorsitzenden der Hülchrather Dorfgemeinschaft eigentlich niemand stören. Eigentlich - am Montag allerdings ging es nicht anders: "Ich werde versuchen, ihn kurz über Handy zu erreichen", sagte sein Stellvertreter Paul Steins, selbst "total baff" über das Ergebnis. Nach achttägiger Reise durch den Rhein-Kreis und Begutachtung von 24 Dörfern, verkündete die zwölfköpfige Bewertungskommission am Montag Mittag ihr Ergebnis: . . . and the winner is - Hülchrath.

Stolz - stolzer - Paul Steins: Mit einem erneuten Sieg des Ortes Hülchrath
hatte der stellvertretende Vorsitzende der Dorfgemeinschaft nicht gerechnet.
"Es kommt auch auf das richtige Dorf-Marketing an", meint er. NGZ-FOTO: M. Reuter


"Es war ein eindeutiges Votum", äußerte sich der Kommissionsvorsitzende Gerhard Bunde. Maximal 100 Punkte konnte die Jury vergeben. "Hülchrath hat über 80", machte es Kreisdirektor Hans-Jürgen Petrauschke geheimnisvoll, erklärte aber sogleich, dass exakte Zahlen nicht genannt werden. Ein Schloss, eine Kapelle, eine Synagoge, ein jüdischer Friedhof - in Hülchrath stimmen die Rahmenbedingungen. Das ist den Juroren auch klar. "Doch wirklich überzeugt hat uns die überaus aktive Dorfgemeinschaft, die sich um junge und alte Menschen kümmert, die Projekte ins Leben ruft, die mit Begeisterung die Geschichte des Ortes lebendig erhält", erklärte Bunde.

"Offensichtlich sind wir auf dem richtigen Weg", meinte denn auch Paul Steins nicht ohne Stolz. Immerhin hat die sechs Jahre alte Gemeinschaft 250 Mitglieder bei 715 Einwohnern insgesamt. 1500 Euro Preisgeld erhält das Dorf und wird den Rhein-Kreis 2009 auf Landesebene vertreten. Auch das zum dritten Mal. Bei der ersten Teilnahme hatte Hülchrath eine Bronze-, bei der zweiten eine Silbermedaille geholt - wenn das nicht verpflichtet. Neben dem Kreissieger vergab die Kommission fünf erste, acht zweite (je 600 Euro) und zehn dritte Preise (je 400 Euro). Die Orte Bedburdyck-Stessen, Elvekum, Hoeningen, Nierst und Steinforth-Rubbelrath können sich bald über je 800 Euro freuen.

Außerdem gab's Sonderpreise zu je 300 Euro. Und die gingen an den Kindergarten Frimmersdorf für sein schützenfestliches Engagement, den Nierster Bürgerverein für die Gestaltung des neuen Dorfmittelpunktes, an das Kloster Langwaden für seine Initiativen für ältere Menschen, an den Förderverein Vanikum für die Gestaltung der Grünflächen sowie an das Berufsförderungszentrum Schlicherum für die Arbeit mit schwer vermittelbaren Jugendlichen. 24 Orte hatten sich für den Wettbewerb angemeldet. In drei Jahren steht der nächste auf dem Programm. Werden dann 30 Dörfer dabei sein, können zwei Sieger ermittelt und zum Landeswettbewerb geschickt werden.

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