Neben den bereits vorhandenen Obstsorten „Am Obspäddsche“:

Apfel: („Graue Herbstrenette“; „Rheinischer Bohnapfel“; „Booskoop“; „Riesenboiken“)

Birne: („Gellerts Butterbirne“; „Köstliche von Charneu“)

Kirsche: („Büttners rote Knorpelkirsche“; „Hedelfinger Riesenkirsche“)

Pflaume: („Hauszwetsche“; „Bühler Frühzwetsche“; „Graf Althans Reneklode“)

Traube: (gelb, „Pusztatraube“; rot, „Regent“)

können zukünftig dort auch

Stachelbeere: (rot, „Remarka”; gelb, „Hinnonmäki“

genascht werden.

Knueschele- / Stachelbeer-Hochstämme „Am Obspäddsche“

Durch Spenden konnten wir im April je ein Hochstämmchen „Rote Stachelbeere“ und „Gelbe Stachelbeere“ (im Volksmund „Knueschele“ genannt) am Eingang zu unserer Obstwiese pflanzen und das Obstangebot erweitern.

Rote Stachelbeere (Knueschele) „Ribes uva-crispa / Remarka“

Gelbe Stachelbeere (Knueschele) „Ribes uva-crispa / Hinnonmäki“

Unser Heimatschriftsteller und Ehrenmitglied Karl-Josef-Kassing hat schon 2017 versucht, die Entstehung des im Volksmund bekannten Begriffs „Knueschele“ zu erklären.

Das Wort „Knueschele“ kommt, man höre und staune, aus dem Mittellatein, das für Jahrhunderte in Europa die Sprache der Kirche und aller Gelehrten war.

Ein Erklärungsversuch unter Verwendung von Hölleschroder Platt.

Su künt et jewese sen! Wellt ir et hühre?

Knueschele (Stachelbeeren)

Die Mönche brachten nicht nur das Christentum in unser Land, sondern auch eine verfeinerte Zivilisation. So legten sie bei ihren Klöstern auch Gärten mit vielerlei Nutzpflanzen an. Auch in der Nähe von Hülchrath gab es ein Kloster mit einem solchen Klostergarten. Die Hülchrather hörten davon und wurden neugierig:

„Do jommer hin!“ Gesagt, getan!

Der Bruder Gärtner führte sie auch bereitwillig durch den Klostergarten. Vor einem Strauch, den sie nicht kannten, blieben die Besucher verwundert stehen: „Wat es dat dann?“ „Das sind cnuosales“, erklärt der Gärtner. „Wat?“ „Cnuosales.“

Einer der Besucher fasste neugierig an einen Zweig: „Au! Die piekse jo!“

Es waren aber gerade auch die Früchte reif, und der Klosterbruder gab ihnen welche zum Probieren.

„Hm! Die sin ever lecker!“ Und dann fragten sie: „Künne mer do e paar Avlejer von han?“ Der freundliche Gärtner gab ihnen ein paar Ableger mit. Die setzten sie zuhause in ihre Gärten. Sie wuchsen auch an, aber im ersten Jahr tat sich weiter nichts, auch im zweiten Jahr noch nicht. Doch im dritten Jahr trugen sie die ersten Früchte. Da sagten ihre Besitzer zu den Hülchrathern: „Kutt ens kicke, wat mir em Jaad hant!“

Die anderen kamen und staunten: „Wat es dat dann?“

Jetzt konnten die stolzen Gärtner auch noch mit ihren Lateinkenntnissen angeben:

„Dat sin Knuosales!“ „Hä?“ „Knu-o-sa-les, ir Blötschköpp!“

So kam mit den Sträuchern auch ihr Name nach Hülchrath. Beides verbreitete sich immer mehr. Allerdings, da niemand für die korrekte Aussprache sorgte, wurde der Name immer mehr, eingeplattet. Und so entstanden im Laufe der Zeit aus dem mittellateinischen „Cnuosales“ die Hölleschroder „Knueschelle“.

Wä et besser weeß, kann sich jo melde!

Köln, im Januar 2017 Karl-Josef Kassing

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